24.2.05

Lob und ein Käfig


Und diesmal ist es Tag,
Einem weiteren Verlag habe ich eine Leseprobe von 'Kabbalah' zugesandt. Aus der Schweiz immer noch nichts. Nach dem Versand bin ich wieder in eine tiefes Loch gefallen. Als ich mir erneut die Frage stellte, warum ich auch nur glauben könnte, dass sich jemand für meine Art zu schreiben begeistern könnte, habe ich folgende Reaktionen auf zwei meiner Kurzgeschichten erhalten, die ich auf KeinVerlag.de gepostet habe.

Zunächst schrieb Arezoo zu 'Das erste Mal': »Wow! Das ist schwarz, das ist neu, das ist: saugut! Subtiler Horror ohne Vampire, dunkle Schlösser und viel Blut. Geht durch Mark und Bein. Und der Stil ist flüssig, sicher, gekonnt, kein Zögern - Du erzählst eine Geschichte. Verneige mich. Das ist Schreiben!« (15.02.2005)

Wow. Das tat gut, Ladies and Gentleman. Wirklich gut. Dann schrieb gleich darauf 'DressedInBlack':
»Ich bin begeistert. So muss Prosa sein, das ist Horror. Kein Wort zuviel, kein Wort zu wenig; Fesselnd und unglaublich spannend! Und dann dieses tolle Ende. Hätte ich gerne selbst geschrieben.« (17.02.2005)

Und zu guter letzt meldete sich 'Kiddo' zu meinem Text 'Schönheit' zu Wort:

»Uaaah, mir läuft´s grade eiskalt den Rücken rauf und runter, und das liegt nicht nur an meiner Spinnenphobie - Danke übrigens für die Alpträume, die ich bestimmt heut´ Nacht haben werde ;-) - sondern vor allem an Deinem unheimlich fesselnden Stil. Sehr gut!« (18.02.2005)

Sicher, Eigenlob stinkt, aber ich hatte ein wenig Bauchpinselei wirklich nötig. Wenn nur 10% dieser positiven Eindrücke einen der Lektoren auch beim Lesen von 'Das Mal' oder 'Kabbalah' erfasst, habe ich (so hoffe ich) eine gute Chance.

Favorite Line:
»You ask yourself who'll watch for me, a solitary voice to speak out
and set me free - I hate to say it, I hate to say it but it's probably
me.«
Sting, 1993

Zur Erinnerung:
Ein Freund setzt sich im Kino weiter nach vorn. Meine anderen Freunden
wollen weiter hinten sitzen und warten auf das Einsetzen des
Gruppendrucks - Er wird sich schon zu uns setzen. Doch aus ganz
bestimmten Gründen kann ich es nicht ertragen ihn da so sitzen zu
sehen.
Vielleicht da ich weiß, wie es ist in diesem Käfig aus Trauer und Angst
zu hocken. Der Freund würde sagen, ich übertreibe masslos. Besonders in
der Wahl meiner Formulierungen.

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16.2.05

Warten


Und wieder ist es Nacht...
Zunächst einmal die guten Nachrichten: Meinem Bruder geht es den Umständen entsprechend gut bis sehr gut. Die schlechten Nachrichten sind, dass es keine neuen Nachrichten gibt. Weder aus der Schweiz noch aus Deutschland habe ich bisher eine Antwort von den Verlagen erhalten. Erstes Interesse und dann... Schweigen. Der Blick in den Briefkasten offenbart nur Werbung, Rechnungen und Mahnungen. Wenigstens komme ich mit 'Kabbalah' gut voran. Wenn ich so weiter schreibe, wird das Buch vielleicht sogar schon im Mai im ersten Entwurf vorliegen. Meine geduldigen Korrektoren geben der Geschichte sogar eine größere Marktchance als 'Das Mal'. Was mich gleich zu meinem neuesten Projekt bringt: Der Arbeitstitel 'Das Sterben der Schwäne' kam überhaupt nicht gut an. Mal sehen, ob mir ein Titel einfällt, der einen weniger an Thomas Harris denken lässt.

Favorite Lines:
Adama: "You gotta loose control. Let your instincts take over."
Apollo: "'Thought we were just sparring."
Adama: "That's why you don't win."
(Battlestar Galactica, 2004)

Zur Erinnerung:
Die USA schließen einen Militärschlag gegen den Iran nicht mehr aus und Syrien steht im Moment auch nicht so gut da. Es gibt Fruchtgummis in Form kleiner, blauer Haifische. Stanley Kubrick war - trotz aller Gerüchte - ein treusorgender, liebender Vater und Ehemann. Joschka Fischer beginnt über eine Visa-Affäre zu straucheln. Ich kannte einmal ein Mädchen, dass am Sande den kommenden Schnee roch. Jeder regt sich über einen Schiedsrichter mit dem Namen Hoyzer auf. Er soll ein Betrüger sein. Seltsam - Was im Leben, der Liebe, der Politik, der Wirtschaft und im Krieg gang und gebe ist, darf im Sport nicht sein? Gimme a break!

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